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01.04.2009 | 18:31 Uhr
Von guten und bösen Radfahrern…
Die Diskussionen der letzten Wochen zum Radverkehr in Erfurt und die mutige Entscheidung, die Bahnhofsunterführung für Radfahrer zu sperren zeigen auf: die Kommunalpolitiker von der CDU und der Linken haben klar erkannt, es gibt gute und böse Radfahrer. CDU und die Linke stellen sich, und das ist nur konsequent und logisch voll und ganz auf die Seite der guten Radfahrer.
Der gute Radfahrer nimmt am Sonntag sein Fahrrad, lädt es in oder auf das Auto, fährt zum nächsten touristisch interessanten Radweg. Parkt dort, ordnungsgemäß oder nur ein bisschen wild, sein Auto, schwingt sich auf sein teures Trecking-Rad oder Sport-Rad und genießt die Natur und den Radweg. Das ist gut so, das stärkt die Wirtschaft und die Beinkraft. Dieser gute Radfahrer kurbelt nicht nur die Pedale, er kurbelt auch die Wirtschaft an. Er zahlt KfZ-Steuern, er zahlt Ökosteuer und Benzinsteuer und wenn er unterwegs eine wohlverdiente Jause macht, kurbelt er auch die touristische Infrastruktur an.
Ganz anders der böse Radfahrer. Der setzt am Morgen seinen Helm auf, wirft sich den Rucksack über und fährt in die Stadt zur Schule oder zur Arbeit. Diese Pedalritter zahlen keine Steuern, ja nicht mal Straßenbahngebühren. Für sie ist die Innenstadt der direkte Weg zur Arbeit. Sehen diese denn nicht, dass es in der Innenstadt von Erfurt gar keine Radwege gibt?
Diesem Untun muss Einhalt geboten werden. Die Bahnhofunterführung muss gesperrt werden für solch radelnde Individuen. Und da es in der gesamten Innenstadt keine Radwege gibt, die Fußverbindung vom zukünftigen Parkhaus am Ursulinenkloster zur Bahnhofstraße ist die beste Verballhornung eines Radweges, keinen Zentimeter Straßenraum für diese Pedalritter.
In Erfurt wird Rad geschoben und nicht gefahren!
Nehmen wir uns ein Beispiel an Gotha, die haben es geschafft, den Radweg der Thüringer Städtekette konsequent weit weg vom Schloss Friedenstein und der Innenstadt zu führen.
Die Radfernwege sind weiträumig um Erfurt zu leiten, um Konflikte mit der ansässigen Bevölkerung zu vermeiden. Die neue Radstation steht vollkommen falsch, sie ist an der Messe oder in Gispersleben neu zu errichten. Von dort gibt es hervorragende Anbindungen mit dem ÖPNV an die Innenstadt und den Bahnhof.
Ich bin auf weitere Vorschläge von CDU und der Linken zur Entwicklung des Radverkehrs in Erfurt gespannt. Auf ihre Kreativität ist bestimmt Verlass.
Den Titel fahrradfeindlichste Stadt Deutschlands werden wir in Erfurt schon schaffen.


