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08.01.2010 | 08:08 Uhr
Rechtfertigungsfront
Seit sich im September des letzten Jahres eine breite Mehrheit für die Entlassung der Stadtwerke-Geschäftsführer Möldner und Otto entschieden hatte, da ihre eindeutig moralischen Verfehlungen, durch die Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft nun auch juristisch behandelt wurden, war es lange ruhig um die Affäre der beiden Manager.
Nachdem die Wirtschaftsstrafkammer Mühlhausen nun deren juristische Belangbarkeit anzweifelt, meldet sich natürlich auch wieder der Oberwelterklärer Ramelow zu Wort. Der Links-Fraktionschef im Thüringer Landtag hatte schon im Sommer eindeutig Partei für die, durch moralische Verfehlungen belasteten, Manager ergriffen und somit für viel Unverständnis gesorgt. Wie schon bei der ersten, gescheiterten Abstimmung über die Entlassung der beiden Geschäftsführer im Frühjahr formiert sich nun erneut eine Rechtfertigungsfront aus Linkspartei und CDU, die verzweifelt versucht die eindeutig moralischen Fehler der Manager zu erklären. In Zeiten, in den verspeiste Fleischklöschen und vergessene Pfandbons als Begründungen für fristlose Kündigungen angeführt werden, ein grotestkes Erklärungsmuster.
Hintergrund der Argumentation von CDU und Linkspartei ist vielmehr die immer noch nicht verwundene Abstrafung ihres Verhaltens im Frühjahr durch Wählerinnen und Wähler. Seither ergreifen sie jeden Strohhalm, um das damals unverständliche Vorgehen, die Geschäftsführer im Amt zu belassen, doch noch zu rechtfertigen. Dieses Unterfangen muss jedoch von Misserfolg gekrönt sein. Egal wie die Gerichte schließlich entscheiden, ist eines schon jetzt klar: Das Verhalten der Manager ist moralisch nicht zu rechtfertigen und wer diese aus kurzsichtigen parteipolitischen Gründen in Schutz nimmt, macht sich mit ihrem Verhalten gemein.


