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15.03.2011 | 14:14 Uhr
Powerfrau Andrea Ypsilanti zu Gast bei den Erfurter SPD-Frauen
Anläßlich des diesjährigen 100sten Jahrestages des Internationalen Frauentages luden am 23. Februar 2011 zu einer Festveranstaltung die Erfurter SPD-Frauen um Cornelia Klisch und Bianca Braband Frauen aus Politik, Gewerkschaften, Vereinen, Verbänden und ehrenamtlichen Initiativen in das Erfurter Haus Dacheröden ein.
Ein besonderer Gast aus Hessen hielt die Festansprache - Andrea Ypsilanti. In einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, trat sie noch vor ihrem Studium der SPD bei. In ihrer Rede spannte sie einen weiten Bogen von den vor über 100 Jahren für ihre Rechte demonstrierenden Frauen und Müttern bis zur unmittelbaren Gegenwart mit ihren gesellschaftlichen Zwängen, insbesondere auch für Frauen und junge Mütter.
Stritten unsere Urgroßmütter noch für die elementaren Rechte wie Wahlrecht, das Recht auf Ausbildung für Mädchen, Gleichberechtigung...müssen wir heute immer noch feststellen, dass eine tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in der Wirtschaft, Politik, in Vorständen und Verbänden nicht gegeben ist. Der Anteil der Abiturientinnen beträg 53% mit gleichzeitig besseren Ergebnissen, 51% sind Hochschulabsolventinnen. Und dann...? In den Aufsichtsräten bestimmen die Männer. Männer sind nach Andrea Ypsilanti's Aussagen die Verursacher und Verantwortlichen der weltweiten Finanzkrise. Männliche Führungskräfte von BP und ihre Fehlentscheidungen haben die letzte Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ausgelöst...
Frauen handeln verantwortungsbewusster, bedenken die Risiken und entscheiden oft anders als Männer. Männer haben immer noch sehr viel Macht in unserer Gesellschaft und diese wollen sie nicht ohne Druck von außen auf uns Frauen abgeben. Auch deshalb brauchen wir eine Quote! Eine sog. Selbstverpflichtung bringt Frauen nicht in Führungspositionen, nicht an die Hebel der Macht. Andere Staaten in Europa wie Norwegen sind über ihre Quote hier schon viele Schritte weiter.
Mit ihrer leidenschaftlichen Festrede hat Andrea Ypsilanti vielen anwesenden Frauen Mut gemacht, weiter laut und deutlich unsere Rechte auf Gleichstellung einzufordern, nicht aufzuhören im Ringen um Macht und Führung. Aber auch gemeinsam mit den Männern um eine gerechtere Zukunft in unserer Gesellschaft zu kämpfen.


