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23.05.2011 | 15:43 Uhr
Entwicklungsschub für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Erfurt
In diesen Tagen wird heftig und kontrovers darüber diskutiert, ob der Freistaat Thüringen und die Städte Erfurt und Jena den Umbau der dortigen Stadien zu modernen Multifunktionsarenen angesichts leerer öffentlicher Kassen, Sparhaushalten und der Erhöhung von Gebühren und Steuern in die Wege leiten sollten.
Ich halte den Stadionumbau in Erfurt für richtig und notwendig und will drei wesentliche Argument hierfür ins Feld führen:
Erstens würde ein Verzicht auf die zur Verfügung stehenden Fördermittel letztendlich dazu führen, dass das Projekt „Stadionsanierung“ in Erfurt insgesamt in Frage stünde. Denn durch den Umbau des Steigerwaldstadions zu einer modernen Multifunktionsarena für Musik-, Kultur- und Sportevents ist eine anteilige Finanzierung durch Mittel zur GRW-Infrastrukturförderung, das heißt zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur möglich. Diese Fördermittel können zukünftig aber nur zu weitaus ungünstigeren Konditionen abgerufen werden. Insofern besteht Handlungsdruck, wenn man denn den Stadionumbau zu Vorzugskonditionen realisieren will.
Da die Mittel an den Zweck der Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur gebunden sind, läuft außerdem die Kritik ins Leere, dieses Geld würde für Kindertagesstätten oder anderweitige Sportstätten dringender benötigt. Die in Aussicht stehenden 20 Millionen Euro Fördermittel fließen entweder in den Umbau zu modernen Multifunktionsarenen in Erfurt und Jena oder gar nicht. Bildungsinvestitionen, soziale Projekte oder reine Investitionen in den Sportbereich können damit nicht getätigt werden. Das hieße im Kern also, freiwillig auf 20 Millionen Euro zu verzichten.
Zweitens hat sich nicht nur die SPD in ihrem Kommunalwahlprogramm eine umfassende Sanierung des Stadions auf die Fahnen geschrieben, die ohnehin für den Spielbetrieb des FC Rot-Weiß Erfurt in der dritten Liga aufgrund von Auflagen des Deutschen Fußballbundes notwendig ist. Auch der Stadtrat hat sich bereits vor geraumer Zeit mit dieser Frage beschäftigt und in einem Mehrheitsbeschluss kommunale Mittel in Höhe von 8 Millionen Euro für diesen Zweck bewilligt. Daher hätten die Kritiker, die sich jetzt lautstark zu Wort melden, bereits damals ihre Stimme erheben müssen. Zumal angesichts der Tatsache, dass die Stadt Erfurt wegen der Förderung nun "nur" noch einen Eigenanteil von 4,8 Millionen Euro aufbringen muss. Unter dem Strich stünden demzufolge sogar bis zu 3,2 Millionen Euro mehr für Bildung, Soziales oder Sport zur Verfügung.
Und schließlich Drittens: Mit dem Umbau des Steigerwaldstadions zu einer modernen Multifunktionsarena wird Erfurt ein weiterer Quantensprung hin zu einem überregional bedeutenden Standort für Großveranstaltungen und Events gelingen. Die Multifunktionsarena wird Erfurt im überregionalen Standortwettbewerb also noch attraktiver machen, was wiederum unserer regionalen Wirtschaft zugute kommt und sich mittelbar auch auf die kommunalen Steuereinnahmen auswirken dürfte. Erfurt kann mit seinem Gesamtpaket als touristische Metropole mit hervorragender Verkehrsanbindung und einer modernen Infrastruktur für Großveranstaltungen und Events dann noch besser punkten.
Und wer weiß, vielleicht findet im Jahr 2021 dann auch die zentrale Eröffnungsveranstaltung der Bundesgartenschau in der neuen Erfurter Multifunktionsarena statt …


