Atomkraft: Sicherheit ist Verhandlungssache
Die schwarz-gelbe Bundesregierung diskutiert über die Nachrüstung von Atomkraftwerken. Bei der geplanten Lau...WEITERLESEN
Nach der Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt 2007 mit der bis dahin niedrigsten Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen in der Bundesrepublik überhaupt, erkannte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer im Gegensatz zu der solchen Anlässen geschuldeten Bestürzungsrethorik sehr wohl ein verbreitetes Interesse der Bevölkerung an Politik. „Wenn es darum geht, zu meckern und zu kritisieren, dann sind viele dabei.
Wenn es aber darum geht, Verantwortung zu übernehmen, dann sind offensichtlich viele nur schwer zu begeistern“ – so fasste er seine Diagnose drastisch in Worte. Sicher, hier entlädt sich auch die Frustration eines Politikers über eine vermeintlich alles besser wissende Zuschauer-Öffentlichkeit. Nachdenkenswert ist der Befund aber allemal.
Wer will bestreiten, dass Befindlichkeiten über die „Sprache des Bauches“ artikuliert sehr viel leichter in die öffentliche Debatte einzuwerfen sind als das wohlüberlegte, auf Sachkenntnis beruhende Argument? Und noch schwerer ist es, alternative, gangbare Lösungswege zu erarbeiten in unserer immer komplizierter werdenden Gesellschaft. Ausnahmslos jeder von uns ist von politischen Entscheidung betroffen.
Zuschauerkommentare ändern hieran nichts. Warum also nicht aufstehen von den Zuschauerränken der Demokratie und – bildlich gesprochen - hinunter in die Arena steigen um den Versuch zu unternehmen, mitzugestalten? Der Wechsel von der sogenannten Zuschauerdemokratie in die Teilnehmerdemokratie bedeutet freilich Freizeit- und Bequemlichkeitsverlust. Einerseits. Aber wir können mit Blick für das Machbare das Machbare auch tatsächlich mit auf den Weg bringen. Andererseits.
Die Mitgestaltung der Entscheidungsprozesse in meiner unmittelbaren Lebensumgebung, der Stadt Erfurt, ist mir diese Anstrengung wert.