Erfurt erleben.

Das kulturelle Angebot in unserer Stadt ist facettenreich, deckt viele Ansprüche ab und ist ein Standortfaktor ersten Ranges. Es hat positiven Einfluss auf das Lebensgefühl, die Lebensqualität und die Identifikation der Bewohner der Stadt und des Umlandes. Die Stadt ist aber auch unter kulturtouristischen Aspekten ausgesprochen attraktiv, das zeigen die kontinuierlich steigenden Zahlen von Besuchern.

Kulturpolitik ist kein nachgeordnetes Politikfeld, sondern ebenso bedeutsam für die Zukunftsfähigkeit einer Kommune, wie Soziales, Wirtschaft, Bau und Verkehr. Wird sie engagiert und ambitioniert betrieben, dann ergeben sich zahllose und vielfältige Konsequenzen und Weiterungen für das urbane Leben. Denn Kultur ist kein Instrument, kein Mittel unter vielen, sondern Grundlage und Grundbedingung des Zusammenlebens. Uns ist es wichtig, die kulturelle Vielfalt zu fördern und auszubauen, Bewährtes zu erhalten und neue Trends aufzunehmen.

Ausgaben für Kultur sind immer Investitionen in die Zukunft. Kultur mobilisiert die kreativen Potentiale einer Stadt. Kultur schafft Kommunikation und Kultur braucht Kommunikation. Sie ist Voraussetzung für ein offenes und tolerantes Miteinander in der Bürgergesellschaft.

In kaum einem anderen Gebiet kommunaler Politik und Verwaltung hat die Stadt einen so großen Gestaltungsspielraum. Der Neubau des Theaters und die Umgestaltung des Angermuseums sind Beispiele für das Engagement. Weitere Beispiele sind die erst kürzlich beschlossenen und auf den Weg gebrachten Projekte "Topf & Söhne" und das Netzwerk Jüdisches Leben in Erfurt.

Wir werden uns maßgeblich an der Erarbeitung eines Kulturkonzepts für unsere Stadt beteiligen.

Das Konzept sollte auf drei Säulen beruhen: Die erste Säule umfasst Kultur als Grundlage von Bildung. Sie sichert die "Grundversorgung" vor allem der Einwohner, aber auch der Gäste. Die Entwicklung kultureller Einrichtungen und Projekte, die Steigerung ihrer Attraktivität unter kulturtouristischem Aspekt, bildet die zweite Säule. Die dritte schließlich umfasst den Bereich der Kunstförderung und damit die direkte Förderung von Künstlern. Hier gibt es Nachholbedarf. Für Kunstkonsumenten ist Erfurt bereits attraktiv. Für Kunstproduzenten muss es künftig attraktiver werden.

Wir machen Erfurt erlebbar:

  • indem wir auch künftig den hohen Standard an Ausgaben städtischer Mittel für Kultur bewahren. Die Formel muss lauten: Öffentliche Mittel + Sponsoring. Das ist ein klarer Auftrag an die Kulturdirektion und an die Leiter aller städtischen Kulturinstitutionen.
  • indem wir darauf hinwirken, dass die Stadtverwaltung insgesamt kulturellen Initiativen aufgeschlossen und hilfreich gegenübersteht. Es geht darum, ein kultur- und kunstfreundliches Klima zu entwickeln. Dabei steht die ideelle und logistische Förderung besonders für junge Künstler im Vordergrund.
  • indem wir die finanziellen Mittel bereit stellen, damit sich das Theater Erfurt zum führenden Theater Thüringens entwickeln kann.
  • indem wir die im vorletzten Jahr gestartete Aktion "Kultur populär" deutlich erweitern. Neben dem kostenfreien Eintritt in unsere Museen an jedem 1. Samstag im Monat und dem Kartenkontingent des Theaters für sozial bedürftige Personen sollte der kostenfreie Zugang für Kinder zu den Kultureinrichtungen ausgebaut werden.
  • indem wir der in unserer Stadt gewachsenen freien Theaterszene mehr Freiraum und Unterstützung einräumen. Das schließt die Gewährung von Zuschüssen an das Puppentheater Waidspeicher, den Kinoklub, das Jugendtheater Die Schotte und das Kunsthaus ein.
  • indem wir die Erfurter Museen mit ihren wertvollen Sammlungen und die städtische Kunsthalle "Galerie am Fischmarkt"  mit dem Ausstellungsschwerpunkt Zeitgenössische Kunst erhalten und fördern.
  • indem wir die engere Vernetzung der Kultureinrichtungen durch gemeinsame Aktionen, wie z.B. die Lange Nacht der Museen fördern. Wir streben an, dass sich aus dieser Museumsnacht eine Lange Nacht der Kunst entwickelt, an der sich auch private Initiativen beteiligen können.
  • indem wir die kulturellen Jahresthemen künftig nicht mehr nur aus historischen Bezügen ableiten, sondern sie auch eng mit der Gegenwart verbinden, um sie damit für die in der Stadt und Region lebenden Künstler attraktiver zu machen. Hierbei geht Projektförderung vor institutionelle Förderung.
  • indem wir die Mittel für die Erneuerung der Bestände in den städtischen Bibliotheken erhöhen und die Entgelte so gestalten, dass alle Interessenten die Angebote wahrnehmen können.
  • indem wir Initiativen unterstützen, die die Lesekultur fördern. Der Erfolg der "Herbstlese" als größte Veranstaltung dieser Art in den neuen Ländern zeigt das Interesse der Bevölkerung und die ungebrochene Lust am Lesen.
  • indem wir weitere Voraussetzungen schaffen, Erfurt zu dem bedeutendsten Kindermedienstandort in Europa zu entwickeln.
  • indem wir den Zoopark weiter finanziell fördern und unterstützen, damit er sich zu einem "Zoo der großen Tiere" entwickeln kann.