Erfurt entwickeln.

Das Leitinstrument der zukünftigen Stadtentwicklung ist das vom Stadtrat kürzlich verabschiedete Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Dieses unter dem sozialdemokratischen Oberbürgermeister und unter wesentlicher Beteiligung der SPD Erfurt entwickelte Konzept ist ein wichtiger Grundpfeiler für die weitere Gestaltung von Erfurt. Die SPD wird diesen Handlungsrahmen intensiv nutzen.

Eine der maßgeblichen Aufgaben kommunaler Politik ist die Steuerung der Stadtentwicklung durch die Festlegung von Entwicklungsstrukturen und Bauleitplanung. Das urbane Leben in der Stadt als Ganzes und die Funktionalität der einzelnen Stadtteile müssen erhalten und verbessert werden. Wir werden die Bürgerbeteiligung, insbesondere die Prozesse der lokalen Agenda, weiter fördern. Dabei werden wir, wie bei der Entwicklung des Hirschgartens und des Nordbades, die Menschen und die Initiativen in unserer Stadt von Beginn an intensiv einbeziehen und an den Entscheidungen beteiligen.

Natur und Umwelt werden in der modernen Stadt immer wichtigerer, weil sie entscheidend dazu beitragen, dass sich die Menschen hier wohl fühlen. Grünflächen, wie Parkanlagen, sowie Grünzüge - auch entlang von Flussläufen - sind in ihrer Bedeutung wachsende Struktur- und Gestaltungselemente der modernen Stadt. Sie strukturieren Erfurt, schaffen Oasen der Erholung und verbessern nachhaltig das Stadtklima. Deshalb müssen die durch den Rückbau von Wohnraum entstandenen Freiräume zur Verbesserung der Stadtstruktur als durchgehenden Grünzonen gestaltet und so besondere Akzente gesetzt werden. Im Zuge des Nordbadneubaus sollte auch der Nordpark aufgewertet werden.

Der Erhalt der Altstadt als bedeutendes Flächendenkmal ist für uns ein wichtiges Ziel der Stadtentwicklung.

Einen besonderen Schwerpunkt der Stadtentwicklung sehen wir im Erfurter Norden. Er ist ein wertvoller und entwicklungsfähiger Bestandteil der Stadt und ist ein Eckpfeiler für deren Gesamtentwicklung. Die Ortsteile der Stadt erhalten die Möglichkeiten zur Wahrung und Weiterentwicklung ihrer eigenen Identität. Die neu gewählten Stadtteilvertretungen in den Großwohnsiedlungen benötigen dabei besonders am Anfang die große Unterstützung von Politik und Verwaltung. Gerade diese Gebiete sollen als familienfreundliche Wohngebiete entwickelt werden.

Wir entwickeln Erfurt:

  • durch einen sozial ausgewogenen Stadtumbau, der auf Veränderungen in der Einwohnerzahl und auf Wohnungsleerstand reagiert.
  • durch familiengerechten und bezahlbaren Wohnraum auch in der Innenstadt. Auch zukünftig werden wir uns für die Fortschreibung des Mietspiegels einsetzen.
  • durch die Entwicklung der Innenstadt zum Lebens- und Wohnungsschwerpunkt für viele Erfurter.
  • durch die Schaffung von alternativen Wohnformen für ältere Menschen in jedem Stadtteil, damit ältere Bürger in ihrem Wohnumfeld bleiben können.
  • durch die konsequente Umsetzung des integrierten Sozialraumplanungskonzeptes, das die aktive Mitwirkung der Bürger an der Entwicklung ihres Stadtteils beinhaltet.
  • durch die sinnvolle Nachnutzung ungenutzter Immobilien bzw. innerstädtischer Brachen, wie die des ehemaligen Katholischen Krankenhauses, der Orthopädischen Klinik, des alten Schauspielhauses und der ehemalige Fahnenfabrik "Große Ackerhofsgasse". Erfurter Hof, Hirschgarten und Alte Feuerwache sind bereits heute erfolgreiche Beispiele für unsere Strategie.
  • durch den Erhalt und die Weiterentwicklung des Erfurter Nordens als einen Lebensmittelpunkt. Dieser Stadtteil hat alle Voraussetzungen, ein attraktiver Teil von Erfurt mit einem eignen typischen Charakter zu werden. Unsere Konzepte zur weiteren Entwicklung des Nordens von Erfurt werden wir konsequent weiter verfolgen.
  • durch die schrittweise Umsetzung des Stadtteilkonzeptes Ilversgehofen unter Einbeziehung des Bürgerbeirates.
  • durch die Fortentwicklung der Magdeburger Allee zu der Einkaufs- und Erlebnisstraße im Erfurter Norden.
  • durch die Nutzung und den Ausbau leerstehender Einrichtungen mit dem Ziel der Stärkung bürgerschaftlichen Engagements.
  • durch die Schaffung einer gleichmäßigen, qualitativ hochwertigen sozialen Infrastruktur in allen Stadtteilen.
  • durch die Revitalisierung der Clara-Zetkin-Straße auf der Grundlage eines Konzepts, das zwei Fahrspuren, Parkmöglichkeiten und Radwege vorsieht, unter Einbeziehung der Anwohner.
  • durch die städtebauliche Wiederbelebung des Juri-Gagarin-Rings, seine Reintegration in die Stadtstruktur und den Umbau zu einem attraktiven innerstädtischen Boulevard. Wir unterstützen die Ansiedlung öffentlicher Institutionen und Firmen.
  • mit der Weiterentwicklung des grünen Bogens durch Erfurt entlang der Gera und des Flutgrabens und seine Verknüpfung mit den Grünzügen des Umlandes.
  • durch die Entwicklung der "Erfurter Seen" zum attraktiven Erholungsgebiet für Erfurt und die Region.
  • und etablieren den Steiger als "Grüne Lunge" der Landeshauptstadt. Wir lassen keine Reduzierung des Steigerwaldes zu.
  • durch die Entwicklung vielfältiger kleinteiliger Grünflächen im direkten Wohnumfeld der Menschen.
  • indem wir uns spätestens bis Anfang 2010 unter Einbindung des Konzeptes "Energieeffiziente Stadt" ambitionierte Ziele zur Senkung des Erfurter Primärenergieverbrauchs in Haushalten, Verkehr, Wirtschaft und Gewerbe stellen und diese in wirksame Maßnahmen umsetzen.
  • durch die Dezentralisierung der Energiepolitik und die Förderung und Entwicklung regenerativer Energien (Wasser, Photovoltaik, Geothermie und Wärmepumpen, nachhaltig erzeugte Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung).
  • durch das Freihalten der Frischluftschneisen, insbesondere im Erfurter Westen und in der Innenstadt.
  • durch eine konsequente Ansiedlung großflächigen Einzelhandels vorzugsweise in der Innenstadt.
  • durch einen Rund-Wander- und Radweg im Grünen um die Stadt Erfurt herum.
  • indem wir alle gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, die Ortsteilräte zu stärken und ihnen im Rahmen ihrer Kompetenzen Hilfe zu leisten.
  • indem den Voten der Ortsteilräte und Ortsteilbürgermeister eine hohe Priorität bei städtischen Entscheidungen einzuräumen ist. Die Planungen zum Bau der Abwassersammler und zur Sanierung der Ortsstraßen sind umzusetzen.
  • durch die Sicherung und den Ausbau der Ortskerne. Bestehende Strukturen gehen vor Neubebauung.
  • durch die Umsetzung der Prioritätenliste zum Ausbau der Bürgerhäuser und die Einrichtung von Bürgerhäusern in jedem Plattenbaugebiet.
  • durch die stärkere kulturelle Anbindung der Ortsteile an die Stadt.
  • durch die Entwicklung alternativer ÖPNV-Angebote, wie Ruftaxis, zur besseren Anbindung der Ortsteile in den Abendstunden, um die Beteiligung der dort Wohnenden am kulturellen, sportlichen und politischen Leben in der Landeshauptstadt zu ermöglichen.
  • durch die Intensivierung der Beziehungen Erfurts auch zu den westlich und südlich gelegenen Landkreisen. Nur ein starker Verbund mit Erfurt im Zentrum kann eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung der Region Mittelthüringen bewirken.
  • im Rahmen eines europäischen Via-Regia-Projektes gemeinsam mit den Städten der Thüringer Städtekette. Erfurt wird damit in ein europäisches Modellprojekt eingebunden. Dadurch wird die Krämerbrücke ein markantes Wahrzeichen sowohl der Städtekette als auch der Via-Regia.
  • durch Prüfung der touristischen Vermarktung sowie der medizinischen Nutzung der vorhandenen Solevorkommen in Stotternheim.